Die Geschichte des Ortes Nattwerder
Die reformierte Kirche Nattwerder (ursprünglich Friedensreichkirche genannt) wurde am 16. November 1690 vom Hofprediger Anton Brunsenius geweiht. Bis auf die 1797 eingebaute Ostempore einschließlich der Orgel, ist ihre Originalausstattung noch vollständig erhalten. Durch ihr ungewöhnlich schlichtes, fast karges Interieur verspürt man noch heute den calvinistischen Geist in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das kommt am deutlichsten durch den Altartisch zum Ausdruck.


Die Kirchengemeinde Nattwerder wurde im Zuge der Preußischen Union 1835 zur Filialkirche im Kirchsprengel Töplitz und verlor 1949 ihre Selbständigkeit. In der Kirche finden von Ostern bis Erntedankfest regelmäßig Gottesdienste statt. Gern wird sie zu Taufen und Trauungen genutzt. Im Sommer gehört die Kirche zu den „offenen Kirchen“ – als Orte der Stille und der inneren Einkehr. Fröhlich geht es bei den monatlichen Sommerkonzerten zu. Sehenswert ist ebenfalls der um die Kirche gelegene, historische Friedhof. Die ursprüngliche Aufteilung auf die einzelnen 14 Kolonistenfamilien ist noch heute ersichtlich. Das älteste Grabmal stammt aus dem Jahre 1856.


Nattwerder ist seit 1990 ein Ortsteil von Potsdam und seit 2000 ein Flächendenkmal. Die ursprüngliche Anlage des Ortes auf einem geologischen Stock ist heute noch voll erkennbar. Die vier Schweizer Höfe („Vierhäuser“) brannten im Jahre 1867 durch Blitzschlag vollständig ab und wurden daraufhin noch im gleichen Jahr als typische Dreiseitenhöfe wieder aufgebaut.


Der Verein Schweizerkolonistendorf Nattwerder e. V. (gegründet 1991) setzt sich für die Erhaltung dieses bedeutenden kulturhistorischen Erbes ein und hat im Zusammenhang mit der Jubiläumsfeier 2010 eine Festschrift „Nattwerder - 325 Jahre Besiedlung des Golmer Bruchs“ 2010 herausgebracht, die für 12,-- € beim Verein zu erwerben ist.
Der Text wurde dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von Dr. Dietmar Bleyl.

 

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